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Feinstaub Plakette und Umweltzone: Welche Fahrzeuge ohne Plakette einfahren dürfen

Wer eine Feinstaub Plakette braucht, welche Farbe wo gilt, welche Fahrzeuge ohne sie in die Umweltzone dürfen und was ein Verstoß kostet.

Stadteinfahrt mit Verkehr an einer Ampel bei bedecktem Himmel

Die Feinstaub Plakette klebt seit 2007 an deutschen Windschutzscheiben. Wer ohne Feinstaub Plakette unterwegs ist, muss wissen, wo das zum Problem wird. Sie sagt nichts darüber aus, wie viel ein Auto tatsächlich ausstößt, sondern ordnet es einer Schadstoffgruppe zu, und entscheidet damit, ob es in eine Umweltzone einfahren darf.

Welche Fahrzeuge eine Feinstaub Plakette brauchen

Die Zuordnung richtet sich nach der Emissionsschlüsselnummer in Feld 14.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I. Daraus ergibt sich die Farbe:

  • Rot (Gruppe 2), Diesel ab Euro 2 beziehungsweise Euro 1 mit Partikelfilter
  • Gelb (Gruppe 3), Diesel ab Euro 3 beziehungsweise Euro 2 mit Filter
  • Grün (Gruppe 4), Diesel ab Euro 4 sowie praktisch alle Benziner mit geregeltem Katalysator

Benziner ohne geregelten Kat und alte Diesel der Gruppe 1 bekommen gar keine Plakette. Praktisch alle heute betriebenen Umweltzonen verlangen Grün; rote und gelbe Plaketten sind faktisch ohne Wirkung, weil keine Zone mehr auf diesen Stufen steht.

Die Plakette kostet je nach Ausgabestelle zwischen fünf und rund fünfzehn Euro, gilt unbefristet und ist an das Kennzeichen gebunden, beim Halterwechsel mit neuem Kennzeichen wird eine neue fällig.

Wo in Deutschland eine Umweltzone gilt

Umweltzonen sind kommunal ausgewiesen und über runde Schilder mit dem Wort Umwelt und den zugelassenen Plakettenfarben gekennzeichnet. Sie umfassen meist die Innenstadt, nicht das gesamte Stadtgebiet, und die Grenzen verlaufen nicht immer entlang offensichtlicher Straßenzüge.

Die Zahl der Zonen ist rückläufig. Mehrere Städte haben ihre Zone aufgehoben, nachdem die Messwerte dauerhaft unter den Grenzwerten lagen. Wer eine Strecke plant, prüft den aktuellen Stand deshalb besser für die konkrete Stadt, statt sich auf eine ältere Liste zu verlassen. Das Umweltbundesamt führt eine fortlaufend gepflegte Übersicht.

Wichtig für Reisende: Die deutsche Feinstaub Plakette gilt nur in Deutschland. Frankreich verlangt die Crit’Air-Vignette, Österreich in bestimmten Zonen eine eigene Kennzeichnung. Eine deutsche Plakette an der Scheibe hilft dort nicht.

Ausnahmen: ohne Feinstaub Plakette in die Umweltzone

Es gibt sie, und sie sind enger gefasst, als viele annehmen. Generell frei sind unter anderem:

  • Krafträder, also Motorräder, Mopeds und Roller
  • Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen
  • Arbeitsmaschinen und mobile Maschinen
  • Kranken- und Rettungsfahrzeuge sowie Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und Zoll
  • Fahrzeuge, die von Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung (Merkzeichen aG, H oder Bl im Schwerbehindertenausweis) geführt oder für sie genutzt werden
  • Oldtimer mit H-Kennzeichen oder rotem 07er-Kennzeichen

Wer aus anderen Gründen ohne Feinstaub Plakette in die Umweltzone einfahren muss, etwa weil ein Betrieb innerhalb der Zone liegt und keine Nachrüstung möglich ist, kann bei der zuständigen Behörde eine Einzelausnahme beantragen. Diese wird befristet erteilt und ist gebührenpflichtig.

Fahrzeuge aus dem Ausland sind nicht ausgenommen. Sie brauchen dieselbe Plakette; sie lässt sich vorab online oder bei Zulassungsstellen, Prüforganisationen und vielen Werkstätten beziehen.

Was ein Verstoß kostet

Wer ohne gültige Plakette in eine Umweltzone einfährt, zahlt 100 Euro Verwarnungsgeld. Punkte in Flensburg gibt es dafür seit 2017 nicht mehr. Dasselbe gilt, wenn die Plakette zwar vorhanden, aber nicht angebracht ist. Sie muss von außen gut lesbar an der Innenseite der Frontscheibe kleben.

Wie die Plakette an die Scheibe kommt

Ausgegeben wird sie von Zulassungsstellen, technischen Prüfstellen wie TÜV oder DEKRA sowie von Werkstätten mit Berechtigung zur Abgasuntersuchung. Auch der Online-Bezug ist möglich.

Mitzubringen ist die Zulassungsbescheinigung Teil I. Entscheidend ist allein die Emissionsschlüsselnummer in Feld 14.1. Eine Sichtprüfung des Fahrzeugs findet nicht statt.

Angebracht wird die Plakette gut lesbar von außen an der Innenseite der Frontscheibe, üblicherweise unten rechts. Eine im Handschuhfach mitgeführte Plakette gilt als nicht angebracht.

Nachrüstung als Weg in die grüne Gruppe

Ältere Dieselfahrzeuge lassen sich mit einem Partikelfilter nachrüsten und steigen damit eine Schadstoffgruppe auf. Ob sich das lohnt, hängt an drei Punkten.

Erstens muss ein für den konkreten Motor typgenehmigtes System existieren; für viele ältere Modelle gibt es keines mehr. Zweitens liegen die Kosten je nach Fahrzeug im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Drittens ist die Eintragung nötig, damit die neue Schlüsselnummer in den Papieren steht — ohne sie bleibt die alte Einstufung bestehen.

Angesichts der schrumpfenden Zahl von Umweltzonen ist die Nachrüstung heute seltener wirtschaftlich als vor zehn Jahren. Wer regelmäßig in eine der verbliebenen Zonen fährt, sollte trotzdem rechnen — gegenüber einem Fahrzeugwechsel bleibt sie die kleinere Investition.

Häufige Fragen

Gilt die Feinstaub Plakette auch für Elektroautos?

Ja. Auch ein Elektroauto braucht eine Plakette, damit die Kontrolle ohne Einzelprüfung funktioniert. Es erhält immer eine grüne.

Was gilt bei einem Mietwagen?

Die Pflicht trifft die Person, die das Fahrzeug führt. Ob eine Plakette angebracht ist, prüft man vor Fahrtantritt selbst; Mietwagen deutscher Anbieter tragen praktisch immer eine grüne.

Reicht eine gelbe Plakette noch irgendwo?

Nach aktuellem Stand nicht. Alle verbliebenen Umweltzonen sind auf Grün gestellt, gelbe und rote Plaketten haben damit keine praktische Wirkung mehr.

Gilt die deutsche Plakette auch im Ausland?

Nein. Frankreich verlangt die Crit'Air-Vignette, Österreich in bestimmten Zonen eine eigene Kennzeichnung. Die deutsche Plakette wird dort nicht anerkannt.

Was kostet ein Verstoß?

100 Euro Verwarnungsgeld. Punkte in Flensburg gibt es dafür seit 2017 nicht mehr.